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Werbung für Rechtsanwälte: was erlaubt ist und was deiner Kanzlei Mandanten bringt

Hier erfährst du, was du als Anwalt bewerben darfst und wo das Berufsrecht Grenzen zieht. Und du erfährst, wie deine Kanzlei bei Google und ChatGPT gefunden wird.

06.07.2026 von Daniel Schoch
Letzte Aktualisierung: 10.10.2026
Ratgeber
Für Entscheider
SEO
Anwälte Dienstleister
12 Min

Key Facts zu diesem Artikel

Kurz-Zusammenfassung

Werbung für Rechtsanwälte ist erlaubt, wenn sie sachlich informiert und nicht irreführt. Seit Dezember 2025 darfst du in diesen Grenzen sogar um ein einzelnes Mandat werben. Online bringen dir vor allem drei Dinge Mandanten: eine eigene Seite für jedes Rechtsgebiet, ein Fachanwaltstitel, der überall gleich steht, und ehrliche Bewertungen von allen Mandanten.

Was du hier lernst

  • Welche Werbung für Rechtsanwälte seit Dezember 2025 erlaubt ist
  • Mit welcher Werbung deine Kanzlei online Mandanten gewinnt
  • Wie du um Bewertungen bittest und antwortest, ohne die Schweigepflicht zu brechen

Wann ist das für dich relevant?

  • Du gründest eine Kanzlei oder übernimmst eine.
  • Deine Website nennt alle Rechtsgebiete auf einer einzigen Seite.
  • Du willst wissen, ob ein Text auf deiner Website berufsrechtlich hält.

Wie groß sind Aufwand und Nutzen?

  • Nutzen: Deine Kanzlei wird für die Rechtsgebiete gefunden, in denen du Mandate willst.
  • Du bekommst 14 Prüffragen, mit denen du die Werbung deiner Kanzlei in einer Stunde durchgehst.
  • Du erfährst, was dein Team übernehmen kann und was beim Berufsrecht bei dir bleibt.
  • Dauer: Nach meiner Erfahrung wirkt SEO nach sechs bis neun Monaten spürbar, bei einer Neugründung später.

Dürfen Rechtsanwälte Werbung machen?

Ja. Werbung für Rechtsanwälte ist erlaubt, solange sie sachlich über deine Arbeit informiert. So steht es in § 43b BRAO. Die BORA sagt seit Dezember 2025 noch deutlicher, was verboten ist: unsachliche, unlautere und irreführende Werbung.

Neu in § 6 BORA ist ein zweiter Satz: In diesen Grenzen darfst du um ein einzelnes Mandat werben. Im Gesetz steht das alte Verbot der Werbung im Einzelfall zwar noch. Laut Bundesrechtsanwaltskammer hat die Rechtsprechung es aber stark eingeschränkt. Aufdringlich darfst du trotzdem nicht werden.

Erlaubt sind damit fast alle Wege, auf denen Mandanten heute suchen:

  • deine Website, mit einer Seite für jedes Rechtsgebiet
  • dein Eintrag bei Google Maps und in Anwaltsportalen
  • Anzeigen bei Google, mit denselben Regeln wie für die Website
  • Fachbeiträge, Vorträge und Beiträge in sozialen Netzwerken

Deine wichtigste Werbung ist deine Website. Wer deinen Namen irgendwo gelesen hat, schaut dort nach, bevor er anruft.

Achtung, Stolpersteine: Was ist bei Werbung für Rechtsanwälte verboten?

Das Berufsrecht kennst du besser als jede Agentur. Auf Websites passieren die Fehler trotzdem. Meist schreibt jemand anderes die Texte, und niemand prüft sie gegen BRAO, BORA und UWG. Die wichtigsten Punkte für deine Website:

Tabelle seitlich wischen →

Stolperstein Was gilt und was es für deine Website heißt Fundstelle
Sachlich werben Keine unsachliche, unlautere oder irreführende Werbung. Beschreib Rechtsgebiete und Ablauf. Versprich keine Ergebnisse und keine Superlative, die du nicht belegen kannst. BRAO § 43b
BORA § 6 Abs. 1
Titel Fachanwalt „Fachanwalt für …“ steht nur bei den Gebieten, für die dir die Kammer den Titel verliehen hat. Auf der Website, bei Google und in Portalen gleich. BRAO § 43c Abs. 1 und 2
FAO § 1
Schwerpunkte und „Spezialist“ Einen Schwerpunkt darfst du nennen, wenn du die Kenntnisse nachweisen kannst. Für Zusätze wie „Spezialist“ brauchst du dazu theoretische Kenntnisse und viel Praxis auf dem Gebiet. Keine Bezeichnung darf mit dem Fachanwalt verwechselbar oder sonst irreführend sein. BORA § 7 Abs. 1 und 2
Fälle und Mandanten Mit einem Mandat oder einem Mandanten wirbst du nur mit dessen ausdrücklicher Einwilligung. Das gilt auch, wenn der Fall längst bekannt ist. Fallbeispiele und Referenzen kommen erst danach auf die Website, am besten schriftlich festgehalten. BORA § 6 Abs. 2
Schweigepflicht, auch bei Bewertungen Deine Schweigepflicht gilt auch online. Antworte auf Bewertungen ohne jedes Detail aus dem Mandat, auch ohne zu bestätigen, dass es eines gab. BRAO § 43a Abs. 2
BORA § 2 Abs. 1
StGB § 203 Abs. 1 Nr. 3
Echte Bewertungen Gefälschte Bewertungen zu schreiben oder zu bestellen ist gegenüber Verbrauchern immer unzulässig. Nenn Stimmen auf deiner Website nur dann echte Mandantenstimmen, wenn du das prüfst. Google verbietet zusätzlich jede Gegenleistung für eine Bewertung. UWG Anhang Nr. 23b und 23c
Richtlinie für Google Maps
Werbung durch andere Du darfst nicht mitwirken, wenn andere für dich so werben, wie du es selbst nicht dürftest. Texte, Anzeigen und Portaleinträge gibst du deshalb selbst frei. BORA § 6 Abs. 3
Impressum Zu den üblichen Angaben kommen deine Kammer, die Berufsbezeichnung mit dem Staat, der sie verliehen hat, und die berufsrechtlichen Regeln samt Fundort. Dazu die Angaben zu deiner Berufshaftpflichtversicherung. DDG § 5 Abs. 1 Nr. 5
DL-InfoV § 2 Abs. 1 Nr. 11

Das ist ein Überblick. Im Zweifel fragst du deine Kammer, bevor ein Text online geht.

Welche Werbung bringt deiner Kanzlei online Mandanten?

Wer eine Kündigung bekommen hat, tippt oft noch am selben Abend „Anwalt Arbeitsrecht Freiburg“ ein. Ob er dann bei dir landet, entscheiden vor allem die drei Dinge aus der Kurzfassung oben. Der Reihe nach.

Eine falsche Restaurant-Empfehlung kostet einen Abend. Eine falsche Auskunft zur Kündigung kann den Job kosten. Bei solchen Themen achtet Google laut eigener Aussage noch stärker darauf, wer schreibt. Zeig deshalb auf jeder Seite, welcher Anwalt dahintersteht. Was Google bei Gesundheit, Recht und Geld genau prüft, steht im Beitrag über YMYL.

Deine Chance: Viele Kanzleien tun wenig

Viele Kanzleien, die ich betreut habe, waren ausgelastet und kümmerten sich kaum um ihre Website. Wer Rechtsgebietsseiten, Titel und Bewertungen pflegt, zieht deshalb nach meiner Erfahrung oft schnell an ihnen vorbei. Gründest oder übernimmst du eine Kanzlei mit neuer Internetadresse, brauchst du länger. Schneller geht es mit regelmäßigen Beiträgen, Einträgen in Verzeichnissen und Partnern, die auf deine Website verlinken, etwa Steuerberater oder Vereine. Dein Google-Profil und deine Portaleinträge kannst du dagegen sofort vervollständigen.

Eine eigene Seite für jedes Rechtsgebiet

Mandanten suchen nach ihrem Rechtsgebiet und ihrem Ort. Google zeigt zu jeder Suche die Seite, die am genauesten passt. Eine Sammelseite „Leistungen“ mit fünf Rechtsgebieten passt zu keiner dieser Suchen richtig. So oft wird im Monat nach diesen Begriffen gesucht (Google Ads, Suchanfragen aus ganz Deutschland, Durchschnitt der letzten zwölf Monate, abgerufen am 07.10.2026):

Suchbegriff Suchen im Monat
anwalt familienrecht freiburg 390
anwalt arbeitsrecht freiburg 260
anwalt mietrecht freiburg 260
anwalt erbrecht freiburg 170
anwalt verkehrsrecht freiburg 110
rechtsanwalt freiburg 720

Die fünf Rechtsgebiete kommen zusammen auf rund 1.190 Suchen, deutlich mehr als „rechtsanwalt freiburg“. Für Lörrach, Offenburg oder Lahr lassen sich die Zahlen genauso messen.

Nach den einzelnen Rechtsgebieten mit „freiburg“ wird zusammen öfter gesucht als nach dem allgemeinen Begriff „rechtsanwalt freiburg“. Suchen im Monat nach „anwalt … freiburg“ mit Rechtsgebiet: familienrecht 390, arbeitsrecht 260, mietrecht 260, erbrecht 170, verkehrsrecht 110; fünf Rechtsgebiete zusammen rund 1.190, „rechtsanwalt freiburg“ 720. Google Ads, Suchanfragen aus ganz Deutschland, Durchschnitt der letzten zwölf Monate, abgerufen am 07.10.2026.
Nach den einzelnen Rechtsgebieten mit „freiburg“ wird zusammen öfter gesucht als nach dem allgemeinen Begriff „rechtsanwalt freiburg“.

Unsere Stichprobe vom Oktober 2026 bestätigt das. Bei drei Suchen nach Anwälten in Freiburg, Lörrach und Offenburg standen 18 Kanzlei-Websites unter den ersten zehn Treffern. 13 davon standen dort mit einer Seite genau zum gesuchten Rechtsgebiet.

Ein Beispiel: Deine Kanzlei arbeitet im Familienrecht und im Erbrecht. Eine sinnvolle Gliederung:

  • eine Seite Familienrecht, darunter je eine Seite für Scheidung und für Unterhalt; nach „scheidungsanwalt freiburg“ wird rund 170-mal im Monat gesucht
  • eine eigene Seite Erbrecht, darunter etwa Testament und Pflichtteil

Jede dieser Seiten beantwortet die Fragen, die Mandanten nach meiner Erfahrung vor dem ersten Termin fast immer stellen:

  • Wie schnell bekomme ich einen Termin?
  • Was bringe ich zum ersten Gespräch mit?
  • Was kostet die Erstberatung, und zahlt meine Rechtsschutzversicherung?
  • Wie geht es danach weiter?

Schreib dazu Adresse und Einzugsgebiet auf die Seite, etwa „Freiburg, Emmendingen und der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald“. Nach „anwalt arbeitsrecht in der nähe“ wird deutschlandweit rund 1.000-mal im Monat gesucht.

Zeig deinen Fachanwaltstitel überall gleich

Wir haben ChatGPT im Oktober 2026 siebenmal nach einem Anwalt in Südbaden gefragt, drei Fragen, jede mehrmals. In allen sieben Antworten riet ChatGPT, auf den Fachanwaltstitel zu achten. Neun der zwölf empfohlenen Kanzleien beschrieb es damit. Kanzleien mit über hundert Bewertungen, aber ohne erkennbaren Schwerpunkt im gefragten Rechtsgebiet, nannte es nicht. Woher ChatGPT seine Angaben nahm:

  • aus Anwaltsportalen: anwalt.de verlinkte es in sechs von sieben Antworten, fachanwalt.de in fünf
  • von der Seite der Rechtsanwaltskammer Freiburg
  • aus Google Maps: In Freiburg nannte es genau die drei Einträge mit der Kategorie „Anwalt für Arbeitsrecht“

Sterne nannte es nur in drei von sieben Antworten. Wichtiger war ihm der Schwerpunkt. Mehr als ein Viertel aller Anwälte führt einen Fachanwaltstitel (BRAK, Januar 2026). Hast du ihn, zeig ihn überall.

Bei Fragen nach einem Anwalt achtet ChatGPT auf den Fachanwaltstitel und stützt sich auf Anwaltsportale; Sterne nennt es selten. In sieben Antworten von ChatGPT zu Anwälten in Südbaden: rät zum Fachanwaltstitel 7 von 7, verlinkt anwalt.de 6 von 7, verlinkt fachanwalt.de 5 von 7, nennt Sterne im Text 3 von 7. Stichprobe von Schoch & Friends, drei Fragen zu Anwälten in Freiburg, Lörrach und Offenburg, 10.10.2026.
Bei Fragen nach einem Anwalt achtet ChatGPT auf den Fachanwaltstitel und stützt sich auf Anwaltsportale; Sterne nennt es selten.

Lass deshalb prüfen, ob Titel und Schwerpunkt überall gleich lauten:

  • auf der Website, auf der Seite des Rechtsgebiets und auf deiner Profilseite
  • im Google-Unternehmensprofil, auch bei der Hauptkategorie
  • in den großen Anwaltsportalen und im Eintrag bei der Kammer

ChatGPT übernimmt auch alte Angaben aus Portalen, etwa eine veraltete Zahl von Bewertungen. Korrigier Fehler deshalb dort, wo sie stehen. Wie ChatGPT Betriebe auswählt, steht im Beitrag SEO für ChatGPT.

Zeig, wer bei dir arbeitet

Mandanten nehmen selten den erstbesten Treffer. Sie lesen Bewertungen, schauen sich die Gesichter an und nehmen den, der ihnen in normalem Deutsch erklärt, wie es steht. Gib deshalb jedem Anwalt eine eigene Seite:

  • Werdegang, Zulassung, Fachanwaltstitel und Schwerpunkte
  • ein echtes Foto
  • Vorträge, Veröffentlichungen und Mitgliedschaften, soweit es sie gibt

In Lörrach übernahm ChatGPT Schwerpunkte und Berufsjahre einer Anwältin fast wörtlich aus ihrer Profilseite.

Bewertungen: Wie bittest du Mandanten, und wie antwortest du?

Mehr und gute Bewertungen können dich in den Kartentreffern von Google nach oben bringen. Das sagt Google in seiner Hilfe selbst.

Die Zufriedenen schweigen

Nach meiner Erfahrung bewerten von selbst vor allem die Unzufriedenen. So steht eine Kanzlei schnell bei drei Sternen, obwohl neun von zehn Mandanten zufrieden waren. Bittest du alle zehn um eine Bewertung und schreiben sechs der Zufriedenen eine, sieht es anders aus. Sechsmal fünf Sterne und einmal ein Stern ergeben 4,4 Sterne.

Wer alle Mandanten um eine Bewertung bittet, bekommt einen Schnitt, der zur tatsächlichen Zufriedenheit passt. Von zehn Mandanten sind neun zufrieden, einer nicht. Ohne Bitte gibt ein Zufriedener von sich aus fünf Sterne, der Unzufriedene einen: Schnitt drei Sterne. Alle zehn nach dem Mandat gebeten: sechs der neun Zufriedenen geben fünf Sterne, der Unzufriedene einen: Schnitt 4,4 Sterne. Rechenbeispiel, keine Statistik.
Wer alle Mandanten um eine Bewertung bittet, bekommt einen Schnitt, der zur tatsächlichen Zufriedenheit passt.

Kritik eines echten Mandanten musst du in der Regel hinnehmen. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat 2025 eine Ein-Stern-Bewertung für eine Kanzlei als zulässige Meinung gewertet (Az. 4 U 191/25). Gegen eine einzelne schlechte Bewertung helfen viele ehrliche gute.

So bittest du richtig

Google hat für Bewertungen eigene Regeln. Daraus folgt:

  • Bitte alle Mandanten, nach dem Mandat, per Nachricht oder E-Mail mit Link.
  • Gib nichts dafür, auch keinen Rabatt.
  • Dräng niemanden in der Kanzlei, sofort zu bewerten.
  • Deine Mitarbeiter bewerten die eigene Kanzlei nicht.

So antwortest du

Antworte kurz und ohne ein Wort aus dem Mandat. Bestätige auch nicht, dass es ein Mandat gab. Ein Satz wie „Danke für die Rückmeldung. Wir nehmen Kritik ernst und sprechen gern persönlich darüber.“ genügt. Wie ernst das ist, zeigt ein Fall aus Bayern: Eine Anwältin hatte in Antworten auf Google-Bewertungen Details aus Mandaten genannt. Der Anwaltsgerichtshof München verhängte 2022 ein Vertretungsverbot im Familienrecht für drei Jahre.

Warum Bewertungen und Portale auch für KI-Assistenten zählen, steht im Beitrag über Branchenverzeichnisse und Bewertungen.

Werbung für Bewerber: Wie findest du über die Website Mitarbeiter?

Mit einer eigenen Seite für jede offene Stelle. Bei unseren Kanzlei-Kunden war die Stellenseite oft der eigentliche Auftrag, sinngemäß: „Ich brauche keine Mandanten, ich brauche Mitarbeiter.“ Der Nachwuchs wird knapper. 2025 begannen bundesweit nur 2.068 Menschen eine Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten, nach 2.154 im Jahr davor (BRAK-Zahlen laut beck-aktuell, Januar 2026).

Stellen in der Jobsuche von Google

Google zeigt Stellen in einer eigenen Jobsuche direkt in den Suchergebnissen, auch in Deutschland. Damit deine Stelle dort erscheint, braucht sie laut Google:

  • eine eigene Seite je Stelle; eine Übersicht mit mehreren Stellen genügt nicht
  • eine unsichtbare Beschreibung im Code, die Google sagt: Das ist eine Stelle, mit Titel, Ort und Arbeitgeber
  • ein Enddatum, oder die Seite geht offline, sobald die Stelle besetzt ist

Stellenportale kannst du weiter nutzen. Die eigene Seite bleibt dir und kann zusätzlich bei Google erscheinen.

Ein Stellentext, der sich abhebt

„Wir suchen ab sofort eine engagierte Verstärkung für unser Team“ steht so in hundert Anzeigen. Engagierte Verstärkung gibt es in diesen Anzeigen mehr als auf dem Arbeitsmarkt. Bewerber vergleichen, was sie bei dir konkret bekommen:

  • Arbeitszeiten, und ob Arbeit von zu Hause möglich ist
  • wie die Einarbeitung abläuft und wer sie übernimmt
  • wer schon im Team arbeitet, mit Foto
  • Vorteile, die es wirklich gibt, etwa Jobticket oder Fortbildungen

Werbung für Rechtsanwälte: Wer übernimmt was?

Die Agentur kann fast alles übernehmen. Bewertungen und Firmeneinträge kann auch dein Team pflegen, nachdem wir es ihm gezeigt haben. Das Berufsrecht bleibt bei dir.

Das macht die Agentur

  • für jedes Rechtsgebiet eine eigene Seite bauen und die Texte aus deinem Wissen schreiben
  • Fachbeiträge zu Fragen deiner Mandanten schreiben, aus deinen Antworten in einem regelmäßigen Gespräch
  • Stellenseiten für die Jobsuche von Google einrichten
  • jeden Monat messen, wofür deine Kanzlei bei Google und in KI-Assistenten gefunden wird

Das machen wir, oder dein Team übernimmt es

  • nach jedem Mandat alle Mandanten um eine Bewertung bitten
  • Antworten auf Bewertungen vorbereiten, die du freigibst
  • Google-Unternehmensprofil, Portale und den Eintrag bei der Kammer aktuell und überall gleich halten

Das bleibt bei dir

  • die fachliche Freigabe jedes Textes, jeder Anzeige und jedes Portaleintrags
  • die Nachweise für Titel und Schwerpunkte
  • die Einwilligung deiner Mandanten, bevor ein Fall auf die Website kommt

Wie wir für Kanzleien arbeiten, steht auf der Seite SEO und Webdesign für Anwälte.

Kostenlose Checkliste zum Mitnehmen

14 Prüffragen für die Werbung deiner Kanzlei

Geh die Fragen mit deinem Team oder deiner Agentur durch. Jedes Nein ist eine Aufgabe. Die Fragen 8 bis 14 betreffen das Berufsrecht, die prüfst du selbst.

  • Hat jedes Rechtsgebiet, in dem du Mandate willst, eine eigene Seite?
  • Steht dein Fachanwaltstitel überall gleich?
  • Passt die Hauptkategorie deines Google-Profils zu deinem wichtigsten Rechtsgebiet?
  • Sind deine Profile in den großen Anwaltsportalen vollständig und aktuell?
  • Hat jeder Anwalt eine eigene Profilseite?
  • Bittet deine Kanzlei nach jedem Mandat alle Mandanten um eine Bewertung?
  • Hat jede offene Stelle eine eigene Seite?
  • Informiert jeder Text sachlich, ohne Ergebnisversprechen?
  • Steht „Fachanwalt“ nur bei verliehenen Titeln?
  • Kannst du jeden Schwerpunkt und jedes „Spezialist“ belegen?
  • Liegt für jeden Fall und jede Referenz eine Einwilligung vor?
  • Verraten deine Antworten auf Bewertungen nichts aus dem Mandat?
  • Gibst du frei, was Agentur und Portale für dich schreiben?
  • Nennt dein Impressum Kammer, Berufsbezeichnung, Berufsrecht und Haftpflicht?

Checkliste als PDF herunterladen

Wie lange dauert es, bis Werbung online wirkt?

Rechne bei SEO nach meiner Erfahrung mit sechs bis neun Monaten, bis du die Wirkung an deinen Anfragen merkst. Eine Kanzlei mit gutem Ruf kommt eher schneller voran, eine Neugründung braucht länger. Anzeigen bei Google wirken ab dem ersten Tag, solange du zahlst. Ob Anzeigen oder SEO besser zu deiner Kanzlei passen, klärt der Beitrag SEO oder SEA (Google Ads).

Ein paar Dinge gehen sofort: das Impressum prüfen, den Fachanwaltstitel überall gleich eintragen, die erste Bitte um eine Bewertung verschicken. Also ned lang schwätze: Verschick heute die erste Bitte und gib die Seite für dein wichtigstes Rechtsgebiet in Auftrag. Mehr zur Dauer von SEO und zu den Kosten von SEO steht in zwei eigenen Beiträgen. Weitere Beiträge für Kanzleien, Praxen und Steuerkanzleien findest du unter SEO für sensible Branchen, etwa zum Marketing für Steuerberater.

Das Wichtigste zum Mitnehmen

Key Takeaways

  1. Werbung für Rechtsanwälte ist erlaubt, wenn sie sachlich informiert. Prüf jeden Text selbst gegen das Berufsrecht, auch die Texte deiner Agentur.
  2. Gib jedem Rechtsgebiet, in dem du Mandate willst, eine eigene Seite.
  3. Zeig deinen Fachanwaltstitel und Schwerpunkt überall gleich: Website, Google, Portale, Kammer.
  4. Lass dein Team nach jedem Mandat alle Mandanten um eine Bewertung bitten, und antworte ohne ein Wort aus dem Mandat.
  5. Gib jeder offenen Stelle eine eigene Seite, damit sie in der Jobsuche von Google erscheint.

Häufige Fragen zur Werbung für Rechtsanwälte

Darf ich als Anwalt mit Fällen aus meiner Kanzlei werben?

Nur mit der ausdrücklichen Einwilligung des Mandanten, am besten schriftlich (BORA § 6 Abs. 2). Ohne Einwilligung kannst du ein aktuelles Urteil verständlich einordnen. Das ist sachliche Information und zeigt dein Fachwissen.

Darf ich mich Spezialist nennen, ohne Fachanwalt zu sein?

Ja, wenn du theoretische Kenntnisse und viel Praxis auf dem Gebiet nachweisen kannst (BORA § 7). Die Bezeichnung darf nicht mit dem Fachanwalt verwechselbar sein. Im Zweifel fragst du deine Rechtsanwaltskammer.

Darf ich als Anwalt Werbung bei Google schalten?

Ja. Anzeigen sind Werbung wie deine Website, es gelten dieselben Regeln: sachlich informieren, nicht irreführen. Ob Google Ads oder SEO besser zu deiner Kanzlei passt, steht im Beitrag SEO oder SEA (Google Ads).

Darf ich Mandanten um eine Google-Bewertung bitten?

Ja, wenn du alle fragst und nichts dafür gibst. Google verbietet Gegenleistungen und das gezielte Bitten nur zufriedener Kunden. Am einfachsten ist ein kurzer Satz mit Link, den deine Kanzlei nach jedem Mandat verschickt.

Wie antworte ich als Anwalt auf eine schlechte Bewertung?

Kurz, sachlich und ohne jedes Detail aus dem Mandat. Deine Schweigepflicht gilt auch hier. Was du schreibst, lesen vor allem künftige Mandanten: Sie sehen, wie du mit Kritik umgehst. Einen Mustersatz findest du oben im Abschnitt Bewertungen.

Kann ich eine negative Bewertung meiner Kanzlei löschen lassen?

Stammt sie von einem echten Mandanten und ist sie eine Meinung, meist nicht. So hat das Oberlandesgericht Stuttgart 2025 entschieden (Az. 4 U 191/25). Anders ist es bei falschen Tatsachen oder bei Bewertungen von Menschen, die nie Mandant waren. Melde solche Bewertungen bei Google.

Helfen Einträge in Anwaltsportalen bei der Werbung?

Ja. In unserer Stichprobe verlinkte ChatGPT das Portal anwalt.de in sechs von sieben Antworten. Wichtig ist, dass dort dieselben Angaben stehen wie auf deiner Website. Für Portaleinträge gelten dieselben Werberegeln.

Empfiehlt ChatGPT auch Kanzleien?

Ja. Fragt jemand nach einem Anwalt in Freiburg, sucht ChatGPT im Netz und nennt Kanzleien. In unserer Stichprobe achtete es in jeder Antwort auf den Fachanwaltstitel. Wie du von ChatGPT empfohlen wirst, steht im Beitrag SEO für ChatGPT.

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Stand: Oktober 2026

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Daniel Schoch, SEO-Experte seit 2008

Autor

Daniel Schoch

Daniel Schoch ist Online-Marketing-Unternehmer aus Freiburg, SEO-Experte seit 2008 und einer der ersten GEO-Anbieter in Deutschland (seit 2023). Als Gründer und Geschäftsführer von Schoch & Friends hilft er Dienstleistern, über Google und KI-Suchen wie ChatGPT mehr qualifizierte Anfragen zu gewinnen.